Uli Schauerte, Musiker


Photo: Uli Schauerte, 2015
Photo: Uli Schauerte, 2015

"Eine  Homepage speziell  für  Uli Schauerte – gemeint ist hier der Kölner unter den zwei Musikern dieses Namens* – ist das nicht reichlich übertrieben ? Tja, das ist die Frage..."

 

...So beginnt der Text, mit dem ich seit Jahren die Besucher dieser Homepage begrüße und den ich über Jahre hinweg nie zu ändern brauchte, weil sich auch an den "Eckdaten" meines musikalischen Daseins, auf die er sich beschränkt, lange Zeit nicht gar so viel geändert hatte.  Ich hatte mich fest eingerichtet in der Weltabgeschiedenheit des versorgten Pensio-, Pia- und Komponisten, den man "vielleicht nicht GUT findet, aber wenigstens gut FINDET" (wenn man ihn denn sucht). Nun ist aber mittlerweile doch einiges in Bewegung gekommen, und der Text könnte mindestens diesen einen ergänzenden Einschub vertragen, um weiter up-to-date zu sein.

Ich habe meine Internetpräsenz als Musiker verstärkt auf die Publikation von Youtube-Videos verlagert, aber das allein schafft noch keine gewandelte Situation. Wohl aber, daß sich seit etwa einem Jahr neben Komposition und Klavierspiel ein neuer Schwerpunkt etabliert hat: Ich habe (mit Unterbrechungen) von August 2016 bis Dezember 2017 mit dem virtuellen Instrumentarium der Vienna Symphonic Library eine Gesamteinspielung der Begleitungen aller Lieder und sonstigen Werke Gustav Mahlers für Solostimme und Orchester geschaffen. Auch das alleine macht noch keine neue Situation. Wohl aber hat es zusehends den Anschein, als bekäme ich mit meinem Mahler-Orchester endlich eine Vorstellung, wie es sich anfühlen muß, wenn sich in den verschiedensten Winkeln des Planeten  wohlwollendes Interesse, Dankbarkeit und Anerkennung von professioneller Seite regt und sich anscheinend eine Eigendynamik entwickelt.  So, das mußte mal gesagt werden, und jetzt geht es hier mit dem ursprünglichen Text weiter wie bisher:

 

"Was ich komponiert habe –  vor, in und nach dem Erwerbsleben als Studienrat für Musik und Deutsch, ist fraglos von stilistischer Vielfalt, aber doch auch recht überschaubar.

Im übrigen ist manches an Partituren und Tonaufnahmen längst im Internet (z.B. auf IMSLP.org) zugänglich. Und was den "nachschaffenden" Musiker betrifft: Ich kann als Pianist (Klavierbegleiter, Korrepetitor, Ballettpianist etc.) oder Arrangeur zwar auf reichlich Erfahrung zurückblicken.

Aber eine eigene Homepage für Rückblicke ?

Also – wozu ?  Weil ich der Ansicht bin (man verzeihe mir das überstrapazierte Selbstzitat): 

Man muß meine Sachen nicht GUT finden, aber gut FINDEN. 

Nun gibt es ja, wie gesagt, im Internet schon einiges. Warum ich trotzdem eine eigene Website will, würde ich gerne in drei kurzen Sätzen sagen –  aber das will mir nicht gelingen ! Also, bevor ich gar nichts schreibe, belasse ich's fürs erste bei der etwas umständlichen, leicht geschraubten Schwurbelvariante:

Das Komponieren war für mich stets eine Methode unter vielen – wenn auch fraglos die intensivste! – mich mit den verschiedensten Phänomenen der real existierenden Musik(geschichte)  auseinanderzusetzen. Nun war mir zwar immer daran gelegen, daß die Musik Gefühl und Sinne unmittelbar anspricht, aber oft verbirgt sich unter der Oberfläche ein dermaßen abenteuerliches Sammelsurium von Entdecktem, Erkanntem oder Erlebtem, daß niemand auch nur den Hauch einer Ahnung davon bekommen könnte, wenn nicht Wort und Bild dort helfend das Ihre täten, wo das Sprachvermögen der Töne nun mal seine Grenze hat.

Natürlich habe ich auch herzlich banale Gebrauchsmusik geschrieben, zu der es nichts weiter zu sagen gibt. Und auch bei den skurrileren oder ungewöhnlicheren Stücken lassen sich die Dinge zum Teil ins Vorwort der jeweiligen Partitur quetschen. So hab ich’s bislang gehalten, und so werde ich es wohl weiter tun. Aber : Vieles hat dort eben aus den verschiedensten Gründen keinen Platz, und den soll es endlich auf diese Weise finden. Auf die Gefahr, mich zu wiederholen:
Komponieren ist immer auch, bei mir allemal, eine Auseinandersetzung mit dem Bestehenden, Musik immer auch Meta-Musik, Erfinden immer auch Finden.

Ich möchte darum nicht nur über Partituren, Tonaufnahmen und hunderterlei sonstiges Material zu meinen eigenen Stücken mit den hoffentlich zahlreichen Besuchern dieser Homepage in einen Gedankenaustausch treten, sondern über die verschiedensten Fragen, ob sie nun die eigene Musik, Musik generell oder auch solche Themen und Lebensbereiche betreffen, die per se mit Musik nichts zu  tun haben.

Aber zu meinem Credo gehört die Überzeugung: Solche Lebensbereiche gibt es fast gar nicht ! 

In diesem Sinne erscheint mir diese Homepage auch als der rechte Ort für meinen mittlerweile 100-minütigen dokumentarischen Filmessay "Ragtime statt Wagner – Wagnis statt Ragtime" über die  (Klavier)musik vor und zwischen den Weltkriegen.

Photo: Uli SCHAUERTE Filmessay "Ragtime statt Wagner - Wagnis statt Ragtime" DVD-Label
Photo: Uli SCHAUERTE Filmessay "Ragtime statt Wagner - Wagnis statt Ragtime" DVD-Label

 

Auch zu diesem Film gibt es soviel an weiterführenden Materialien, daß ich meine liebe Not damit haben werde, mich in der Kunst des Weglassens zu üben, damit die Homepage nicht aus den Nähten platzt.

Der langen Rede kurzer Sinn:

Wenn, geht es immer um DIE, niemals nur um MEINE Musik.
Von einigen nicht beruflich gelebten Nebenbegabungen und (wie mir manchmal zwinkernd vorgehalten wurde) „geschwänzten Berufen“, auch wenn sie dem musikalischen métier benachbart sind (etwa von meinen Künsten als Stimm-,  Sprech-, Satire- oder Dialektefetischist) werde ich hier wahrscheinlich keine Proben geben. Vielleicht als Ausnahme.
Auch das nachstehende Gemälde, ein Selbstporträt (ein arg narzisstisches noch dazu und von 1976, also fast schon nicht mehr wahr) ist solch eine Ausnahme. Versprochen...

Uli Schauerte: Selbstporträt 1976 (Öl auf Karton)
Uli Schauerte: Selbstporträt 1976 (Öl auf Karton)

* Der Name Schauerte ist im Sauerland, wo auch ich (ein Winterberger) herstamme, so verbreitet wie Schmitz in Köln, wo ich seit 1973 wohne.

Ulrichs mit Brille, grauem Bart, geboren in den 1950ern sind erst recht keine Seltenheit. Wenn aber zu all diesen Dingen bei zwei Personen namens Ul(r)i(ch) Schauerte noch der Beruf des klassischen Musikers hinzukommt, der zudem ein Tasteninstrument vertritt und komponiert, dann können Verwechslung und Verwirrung nicht ausbleiben.

Nur um diese Verwechslungs-"Gefahr" etwas zu verringern, schreibe ich mich seit einigen Jahren standhaft "Uli" und nur darum weise ich ständig darauf hin, daß ich in Köln lebe.

Zwar hat mein Vorname von Haus aus sechs Buchstaben wie der des Namensvetters, und, wie mir bei Durchsicht meiner Arbeiten jetzt klar wurde, habe ich mich selbst viel länger "Ulrich" geschrieben, als ich dachte.

Also: Wenn von einem Musiker namens Uli Schauerte die Rede ist, dann bin das höchstwahrscheinlich ich. Heißt er Ulrich, kann mein Namensvetter, ebensogut aber ich gemeint sein.

Die Verwechslung wird sich also auch in Zukunft nicht vermeiden lassen.

Um zu wissen, wer gemeint ist, muß man leider genauer hinsehen.